Vier Jahrzehnte im Zeichen der Musik

Die Stadtkapelle Neunburg vorm Wald feiert dieses Jahr ihren 40. Geburtstag. Für die Verantwortlichen des Klangkörpers um Vorsitzenden Roman Sorgenfrei und Dirigent Markus Held soll dieses Jubiläum mit einem Festwochenende vom 22. bis 24. Juni gebührend gefeiert werden. Die Vorbereitungen für den Jubiläumsabend und die 25. Burghofserenade am darauffolgenden Tag laufen bereits auf Hochtouren. Das Festprogramm endet am Sonntag mit einem feierlichen Gottesdienst und einem Tag des offenen Proberaums.

Die Stadtkapelle wurde am 1. Juli 1978 unter der Leitung von Hermann Süß gegründet. Durch sein Können und vollen Einsatz gab Süß den jungen Musikern ein nachahmenswertes Beispiel und so gelang es ihm in kurzer Zeit eine ansehnliche Kapelle mit einem umfangreichen Repertoire heranzubilden.

Nicht unbedeutend war für das Ensemble ein einheitliches Gesamtbild. In den Anfangsjahren wurde deshalb zunächst eine Oberpfälzer Tracht angeschafft, die nach Vorlage einer alten Bildtafel zusammengestellt wurde. Erstmals präsentierte man das neue Gewand beim Weihnachtskonzert 1980. Um das Erscheinungsbild zu vervollständigen wurde die Tracht dann im Jahr 1998 mit passenden Dirndln vervollständigt.

Ein erster Höhepunkt in der jungen Geschichte der Neunburger Stadtkapelle dürfte ohne Zweifel die Beteiligung beim Internationalen Jugend-Musikfestival 1981 in Harrogate (England) gewesen sein. In den Jahren ab 1983 konnten die Orchestermitglieder ihr Können noch wesentlich steigern. Die Teilnahme an den Wertungsspielen, inzwischen in der Oberstufe, wurde mit sehr gutem Erfolg belohnt.

Im November 1985 begleitete die Stadtkapelle die Pilgerfahrt nach Rom zur Seligsprechung von Maria Theresia Gerhardinger. Der Papst empfing die Abordnung aus der Pfalzgrafenstadt zur Audienz. Eine besondere Ehre wurde den Musikern auch im September 1986 zu teil. Sie bekamen den Förderpreis des Bezirks Oberpfalz verliehen. 1987 verbuchte die Kapelle einen Höhepunkt in ihrer Geschichte mit dem 1. Rang mit Auszeichnung beim Bundesmusikfest in Undorf. Dazu kam im November eine Reise zur 750-Jahr-Feier nach Berlin.

Hermann Süß leitete die Geschicke der Kapelle bis ins Jahr 2001. Er übergab den Dirigentenstab an Anton Lottner, ein langjähriges Mitglied und sogar Gründungsmitglied. Dieser führte das Ensemble erfolgreich weiter. Das zeigte sich im Oktober 2004 beim Wertungsspiel in Schwarzenfeld. Hier wurde in der Höchststufe ein 1. Rang mit Auszeichnung geholt. Anton Lottner hat die Stadtkapelle in den insgesamt 17 Jahren seiner musikalischen Leitung vorbildlich gelenkt und durch neue musikalische Wege beispielhaft weiterentwickelt.

Höhepunkte in dieser Zeit waren neben zahlreicher besonderer Konzerte die Aufführung des Musicals „Freude“, die Aufnahme eines eigenen Tonträgers, die Filmmusik-Gala zur Oscarnacht, das Konzert im Kuppelsaal des Planetariums Nürnberg, die Uraufführung einer zeitgenössischen Auftragskomposition, die Broadway-Gala zusammen mit der Musicalklasse der Berufsfachschule für Musik, sowie die Konzertreisen nach Norwegen, Prag und an die Nordsee.

Seit 2018 obliegt die musikalische Leitung dem langjährigen Mitglied Markus Held, der bereits als Dirigent des 2005 gegründeten Jugendorchesters und als stellvertretender musikalischer Leiter der Stadtkapelle wertvolle Erfahrungen sammeln konnte.

Insgesamt 95 aktive Musikerinnen und Musiker gehören der Stadtkapelle im Jubiläumsjahr an. Neben dem Jugendorchester und verschiedenen Ensembles gibt es noch eine Egerländer Besetzung – die Neunburger Böhmische. Unter der Führung des derzeitigen Vorsitzenden Roman Sorgenfrei wird auf eine qualifizierte Ausbildung großer Wert gelegt.

Nach vier Jahrzehnten im Zeichen der Musik, spielen heute noch immer fünf der damaligen Gründungsmitglieder aktiv bei der Stadtkapelle: Max Hofmann, Anton Lottner, Richard Hauser sowie Hans und Franz Schöberl. Sie können auf eine intensive und ereignisreiche Zeit mit vielen Reisen, Konzerten und persönlichen Erfahrungen zurückblicken.