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„Mit Musik anderen eine Freude machen und selber Spaß an der Musik haben“: So könnte das Motto der Stadtkapelle lauten. Die inzwischen über 80 aktiven Musiker des Vereins bewegen sich dabei in den unterschiedlichsten Musikrichtungen und auf verschiedensten Veranstaltungen. Egal ob symphonische oder traditionelle Blasmusik, ob Rock-Arrangement oder Kirchenchoral, ob Festkonzert oder Geburtstagsständchen – gerade die Vielfalt macht den Reiz aus. Häufig ist die Stadtkapelle oder eines ihrer Ensembles auch anzutreffen, wenn bei weltlichen und kirchlichen Anlässen ein musikalischer Rahmen gefordert ist. So ist jedes Jahr aufs Neue der Veranstaltungskalender wieder gut gefüllt. Ziel der Stadtkapelle ist es dabei immer, Musik auf hohem Niveau zu bieten.

Die Geschichte der Blasmusik reicht in Neunburg bis 1888 zurück, als eine erste Kapelle entstand. Seitdem hatte es verschiedene und wechselvolle Formationen gegeben, bis schließlich 1954 die Blasmusik für 20 Jahre verstummte. 1978 konnte die Stadtkapelle nach mühevollen Anfängen neu gegründet werden. Da die Kapelle eng mit der Stadt verbunden war, wurde der 1. Bürgermeister Josef Manlik (†) gleichzeitig Gründungsvorsitzender. Erster Dirigent war Hermann Süß (†). Die Bemühungen, eine spielfähige und langlebige Kapelle auf die Beine zu stellen, wurden nun zielstrebig und energisch verfolgt. Instrumente wurden angeschafft, die Ausbildung begonnen und eine einheitliche Tracht entworfen und beschafft. Die Tracht kam erstmals 1980 beim ersten Weihnachtskonzert zum Einsatz, eine Veranstaltung, die inzwischen nicht mehr wegzudenken ist. Später kam als zweites jährliches Konzert die Burghofserenade hinzu. In den folgenden Jahren vergrößerte sich das Repertoire und erhöhte sich die Zahl der Auftritte. 1986 wurde die Stadtkapelle mit dem Musikförderpreis des Bezirks Oberpfalz ausgezeichnet. 1994 wurde schließlich ein eigener Verein „Stadtkapelle Neunburg v. W. e.V.“ aus der Taufe gehoben und die organisatorische Trennung von Stadt und Kapelle endgültig vollzogen. Eine Satzung wurde beschlossen und die gegenseitigen Verpflichtungen in einer Vereinbarung festgelegt. Gründungsvorsitzender war 1. Bürgermeister Wolfgang Bayerl (†). Dessen Platz nahm 1997 Georg Schmid ein, der den Vorsitz 2003 an Roman Sorgenfrei weitergab. Eine weitere Ära ging 2000 zu Ende. Hermann Süß legte den Dirigentenstab bei der Stadtkapelle nieder und übergab das Amt an das Gründungsmitglied Anton Lottner.

Von den Anfängen her hat sich die Stadtkapelle inzwischen zu einem großen symphonischen Blasorchester entwickelt. Um die spielerische Leistung unter Beweis zu stellen, nahmen und nehmen die Musiker bereits seit 1980 regelmäßig an Wertungsspielen und Musikwettbewerben teil und dies mit beachtlichen Erfolg. Dabei wurde die Qualität fortlaufend gesteigert, so dass man gegenwärtig in der Ober- und Höchststufe antritt. Neben dem Probenbetrieb und dem „Alltagsgeschäft“ wurden auch immer wieder viele Highlights erreicht, so beispielsweise die Produktion einer eigenen CD, die Aufführung eines Musicals oder eine fulminante Filmmusikgala. Einen festen Platz im Jahresprogramm haben auch Ausflüge und Konzertreisen, die das Orchester unter anderem nach England und Norwegen führten, gemeinschaftliche Feiern, Teilnahmen an Sportturnieren, eigene Veranstaltungen wie die Winterparty usw.

Das Kennzeichen der Stadtkapelle ist die Oberpfälzer Tracht, die sozusagen die Uniform der Musiker ist. Neben den braunen Jacken sind in ihr auch die Neunburger Stadtfarben blau-weiß-rot repräsentiert (wobei die Spieler hin und wieder etwas Spott für die „babyblauen“ Kniestrümpfe ernten). Die eigentlich zur Tracht gehörenden grün-brauen „Bommelhüte“ fanden dagegen keinen Anklang und werden inzwischen nicht mehr getragen.

Eine stete Herausforderung für die Stadtkapelle stellt die Nachwuchsförderung dar, um eine ausgewogene, spielfähige Besetzung und das spielerische Niveau zu erhalten. Neben der Unterstützung bei der Instrumentalausbildung gab es über viel Jahre eine von Hubert Kroner geleitete Nachwuchsgruppe. Um dies noch zu intensivieren, wurde 2005 unter der Leitung von Markus Held das Jugendorchester gegründet. Von 2010 bis 2014 war Verena Sinzger die Dirigentin des Jugendorchesters, danach wieder Markus Held. Mittlerweile hat sich das Jugendorchester zu einer eigenständigen Formation entwickelt, in der junge Musiker mit modernen Musikstücken an das Orchesterspiel herangeführt werden. Sie absolvieren dabei bereits eine Vielzahl von Auftritten und haben ihren angestammten Platz in den Konzertprogrammen der Stadtkapelle.

Organisiert ist die Stadtkapelle im Nordbayerischen Musikbund mit dem Kreisverband Schwandorf. Der 2005 sanierte Probenraum befindet sich im alten Landratsamt, kann aber derzeit die Zahl der Musiker kaum noch aufnehmen. Der nächste Höhepunkt steht 2018 an: Dann kann die Stadtkapelle ihr 40-jähriges Jubiläum feiern.